http://www.mutual-mente.com/ joachimhornung@gmx.de 31. 05. 2007
Thema T7: Offener Brief an Herrn Frank Elstner
Bezug: Sendung über Organtransplantation am 3. 4. 2007 in der ARD
Sehr geehrter Herr Elstner,
Dankenswerterweise hat die ARD das so elementar wichtige Thema der Organtransplantation auf das Programm gesetzt.
Leider ist Ihnen die Moderation nicht gelungen, und zwar aus folgenden Gründen:
1. Sie haben in der Diskussion Partei ergriffen und Frau Meyer in die Ecke einer Randfigur gestellt, deren Meinung man auch irgendwie respektieren müsse, da wir ja die Meinungsfreiheit haben, und da man ihr schweres Schicksal irgendwie verstehen könne, aber sie sei doch schliesslich eine Aussenseiterin. Sie haben sie nicht ernstgenommen.
2. Haben sie dem Herrn Kirste, der immer alles besser wusste und den Menschen stets ins Wort fiel, nicht gebremst und viel zu viel reden lassen, ohne zu merken, dass der oft die Unwahrheit sagte und nur pro domo sprach. ("Hirntod ist wissenschaftlich fundiert" ist schon rein logisch ein völliger Quatsch; "Bevölkerung wird umfassend und zutreffend aufgeklärt" ist grob falsch, usw.)
3. Sie haben Frau Meyer gegen die Besserwisserei des Herrn Kirste überhaupt nicht in Schutz genommen und auch nicht gegen Ihre eigenen Vorurteile. Sie selbst sind mit einem Haufen vorgefasster Meinungen in die Sendung gegangen, anstatt als Moderator neutral zu sein und sich vielleicht im Vorfeld nach beiden Seiten hin gut zu informieren.
4. Es ist Ihnen nicht gelungen, stets deutlich zu machen, wann von der Spende nach Hirnversagen und wann von der sog. Lebendspende die Rede war. Das sind zwei ganz verschiedene Themen, die völlig getrennt behandelt werden müssen. Statt dessen sind Sie zwischen diesen beiden Themen ständig hin- und hergesprungen, was zur Verwirrung und nicht zur Klärung beigetragen hat. Da war dieser Ökonom auch gänzlich fehl am Platze.
Es ist sehr bedauerlich, dass diese an sich guten Gelegenheiten, über so wichtige, fundamentale Lebensthemen, wie es die Organtransplantation ist, etwas mehr Information ins Volk zu tragen, immer wieder durch eine schlechte Auswahl der Teilnehmer, durch mangelnde Vorbereitung und durch schlechte Moderation vertan werden.
Frau Meyer möchte ich gratulieren, dass sie dieser geballten Ladung von Unwissenheit und Interessen-Vertretung tapfer widerstanden hat. Leider hat Herr Bavastro Frau Meyer nicht in der nötigen Weise unterstützen können, da seine sehr differenzierten Einsichten es schwer hatten, sich gegenüber den Stereotypen des dominanten Herrn Kirste, dem es an Manieren fehlt, durchzusetzen.
Es sind zwei Dinge zu bedenken: Erstens der gesellschaftliche Auftrag der ARD, und zweitens die Komplexität der Thematik. Letztere erfordert mehr als nur professionelle Routine, sondern höchste Anstrengung und Seriosität.
Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar.
Mir freundlichen Grüssen
Joachim Hornung

www.mutual-mente.com/ joachimhornung@gmx.de 31. 05. 2007